Vergleichende Probefahrten und Test von Reifen - Auto Zeitung hat 2018 Sommerreifen und Allwetterreifen verglichen

Die AutoZeitung hat Sommerreifen und Allwetterreifen für die Kompaktklasse getestet

Probefahrten und Tests am 19.03.18 von Yannick O'Conor

Im Sommerreifentest der AutoZeitung in der Kompaktwagen-Dimension 225/45 R17 verglich das Automagazin neun Reifen unter sommerlichen Bedingungen miteinander. Neben sechs klassischen Sommerreifen wurden auch drei Ganzjahresreifen den Testkriterien ausgesetzt.

Reifentest AutoZeitung AutoZeitung Sommer- und Ganzjahresreifentest. - Bild-Credit © : iStockphoto.com/rezulteo.com

Sommerreifen und Ganzjahresreifen im Test

Der saisonbedingte Reifenwechsel ist in Deutschland ja fast schon eine Institution: jetzt heißt es wieder Winterreifen runter, Sommerreifen drauf. Doch nicht für alle! Ganzjahresreifen machen Sommerreifen bzw. Winterreifen zunehmend Konkurrenz, aber können Sie auch mit deren Leistung mithalten? Die AutoZeitung hat sich in ihrem aktuellen Sommerreifentest genau diese Frage gestellt und Ganzjahresreifen in den Sommerreifentest miteinbezogen. In der Kompaktwagengröße mit der Dimension 225/45 R17 wurden diese HP- und UHP-Reifen für den Test ausgewählt:

 

 


 

Außerdem folgende drei Ganzjahresreifen :

 

 

 

Am Ende wurden also neun Reifen auf dem Testfahrzeug Seat Leon SC 1.4 TSI ACT mit Sechsgang-Schaltgetriebe und 150 PS getestet. Insgesamt wurden die Reifen 13 Tests auf nasser und trockener Fahrbahn ausgesetzt. Je Oberfläche konnten 150 Punkte erlangt werden.

 

 

Leistungsvergleich auf trockener und nasser Fahrbahn

Reifenpreise vergleichen kann sich lohnen, denn oft bieten günstigere Reifen gleichwertige Performance wie Premiumreifen. Der Test der AutoZeitung hingegen zeigt, dass der Preis auch ein Leistungsindikator sein kann. Zumindest bleiben die beiden günstigsten Testreifen hinter ihren Mitbewerbern zurück: Giti Sport S1 (Satz Reifen für 290€) und Hankook Ventus Prime 3 K125 (Satz Reifen für 310€). Keine Frage, es handelt sich immer noch um gute Reifen, aber ihre Nassleistung ist mehr im Bereich der Ganzjahresreifen. Dafür kann der Ventus Prime 3 K125 als zweibester Reifen im Trockentest ein deutliches Ausrufezeichen setzen. Das entspricht einem Bremsweg von 36,7 Metern bei 100 km/h, wenn der Giti Sport S1 unter den gleichen Bedingungen nach 38,1 Meter zum Stehen kommt.

Für die Spitzengruppe hat es auch für den Goodyear EfficientGrip Performance nicht gereicht, trotz bester Leistung im Rollwiderstandstest und guter allgemeiner Performance auf trockener Fahrbahn. Er weist vor allem Schwächen beim Nassbremsen auf: 56,6 m bei 100 km/h.

Der Falken Azenis FK 510 legt mit dem dritten Platz einen bemerkenswerten Einstieg in den Vergleichstest hin. Die AutoZeitung verleiht ihm das Label „sehr empfehlenswert“. Neben dem niedrigen Preis, ist seine sehr ausgewogene Leistung eine Empfehlung wert.

Der Continental PremiumContact 6 rechtfertig seinen höheren Preis (Satz Reifen für 450€) mit einer sehr starken Leistung bei Nässe. Er legt mit 49,1 m den kürzestes Bremsweg vor und ist spurstabil in Wechselkurven. Abgesehen vom Abrollkomfort auf trockener Fahrbahn machen ihn sein sicheres Fahrverhalten, auch in Kurven mit hoher Geschwindigkeit, zu einem der besten Reifen im Test. Von der AutoZeitung gibt es das Label „sehr empfehlenswert“.

Für den gleichen Durchschnittspreis ist auch der Michelin Pilot Sport 4 zu haben. Mit 280 von 300 möglichen Punkten dominiert er den Reifenvergleich. Insbesondere im Nasstest holt er 149 von 150 Punkten! Sein Bremsweg auf nasser Fahrbahn ist mit 49,4 m knapp länger als der des Continental-Reifens. Auf trockener Fahrbahn. Bremst er am kürzesten: 35,4 m bei 100 km/h. Sein Rollwiderstand ist allerdings der höchste von allen getesteten Reifen und somit der einzige Negativpunkt. Die AutoZeitung äußert sich sonst äußerst positiv über den Michelin-Reifen: „sehr hohes Gripniveau“, „absolut sicher“ und „extrem schnell“. Der Michelin Pilot Sport 4 geht als Testsieger der Sommerreifen vom Platz.

 

 

Ganzjahresreifen sind ein guter Kompromiss, aber teurer

Wie sieht es nun mit dem Vergleich der Sommerreifen und Ganzjahresreifen aus? Welche Leistung bringen die schneetauglichen Allwetterreifen bei 20°C?

Der Test legt offen, dass Ganzjahresreifen zu Recht als Kompromiss zu betrachten. Den klaren Unterschied macht die Bremsleistung auf trockener Fahrbahn. Sie bremsen bis zu 4 m länger als der „schlechteste“ Sommerreifen im Test, der Giti Sport S1. Auf nasser Fahrbahn sind die Alleskönner aber eine interessante Option. Der Michelin CrossClimate + und der Continental AllSeasonContact bremsen kommen nach 50,9 Meter zum Stehen. Besser als die Sommerreifen von Hankook, Giti und Goodyear. Der Vector 4Seasons Gen-2 kommt sogar nach 49,1 m zum Stopp. Genauso wie der Continental PremiumContact 6 als bester Sommerreifen in dieser Testkategorie.

Das Fazit der AutoZeitung sieht dann auch wie folgt aus. Ganzjahresreifen weisen insbesondere bei hohen Geschwindigkeiten noch eine geringere Leistung als Sommerreifen auf. In einigen Kurven erkannte die AutoZeitung die Notwendigkeit von ESP-Eingriffen bei Nässe und ABS auf trockener Fahrbahn. In die Kaufentscheidung sollte auch der Preis der Reifen mit einbezogen werden. Ein Satz der Testreifen kostet rund 500€ und damit  durchschnittlich 50 € mehr als der beste Sommerreifen im Vergleich.

Reifenmodell

Trocken Punkte
(/150) / Klassement

Nässe Punkte
(/150) / Klassement

Punkte Gesamt (/300)

Michelin Pilot Sport 4

131 (1er)

149 (1er)

280

Continental PremiumContact 6

126 (4e)

137 (2e)

263

Falken Azenis FK 510

123 (5e)

133 (3e)

256

Goodyear EfficientGrip Performance

128 (3e)

101 (6e)

229

Hankook Ventus Prime 3 K125

129 (2e)

93 (9e)

222

Giti Sport S1

119 (6e)

96 (7e)

215

Michelin CrossClimate +

109 (7e)

96 (7e)

205

Goodyear Vector 4Seasons Gen-2

88 (9e)

117 (4e)

205

Continental AllSeasonContact

94 (8e)

106 (5e)

200